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Mein systemischer Ausgangspunkt …

… betrachtet sowohl den einzelnen Menschen als auch sein Beziehungsgeflecht als ein System. In diesen individuellen und sozialen Systemen nutzt jeder Mensch seine Möglichkeiten um seine Erfahrungen und Gefühle sinnvoll zu ordnen.

Leiden kann z. B. dadurch überwunden werden, dass neue Erfahrungsmöglichkeiten oder neue, sinnvolle Erklärungen gefördert werden.

… führt oft zu einer Kurzzeittherapie…

Wir orientieren uns in den Sitzungen daran, ob und wie weit Sie Ihren gewünschten Lösungen näher gekommen sind.

Da dieser Prozess zeitlich nicht vorhersagbar ist, wird keine Mindestanzahl von Sitzungen festgelegt, sondern wir vereinbaren flexibel, ob weitere Sitzungen hilfreich sind. Auch bei den zeitlichen Abständen richte ich mich nach Ihren aktuellen Bedürfnissen.

… aber ohne Zeitdruck, schnell fertig werden zu müssen.
Schnelle Lösungen sind ja nicht unbedingt langfristig wirkungsvoll, nachhaltig.

Ich bin seit Jahren Mitglied eines Qualitätszirkels ärztlicher Psychotherapeuten, der schulenübergreifend arbeitet – die Mitglieder haben Ausbildungen in Tiefenpsychologie, Psychoanalyse, Verhaltenstherapie, Systemischer Therapie und in weiteren Ansätzen. In diesem anregenden Umfeld vertritt keiner von uns mehr den Anspruch, dass eine bestimmte psychotherapeutische Richtung grundsätzlich „besser“ oder „hilfreicher“ ist.

Auch ich glaube nicht an eine allgemein gültige Theorie. Für mich steht im Vordergrund, wie ein individueller Mensch mit seinen individuellen Themen am besten unterstützt werden kann. Systemische Therapie ist daher nur mein Ausgangspunkt für die Nutzung hilfreicher anderer Ansätze.

 

Zum fachlichen Hintergrund Systemischer Therapie

Der folgende Text besteht aus Auszügen des „Positionspapiers der Systemischen Gesellschaft“, S. 6f. (Systemische Gesellschaft, Brandenburgische Str. 22, D-10707 Berlin)

Vorbemerkung:

Professionelle systemische Therapie hat nichts mit der Arbeit von Herrn Hellinger zu tun. Dazu gibt es eine eindeutige Erklärung der Systemischen Gesellschaft.

1. Theoretische Grundlagen

Systemisch ausgerichtete Therapeuten, Berater und Supervisoren gehen von der Autonomie der Rat- und Hilfesuchenden aus und betrachten diese als „Experten und Expertinnen ihrer selbst“.

Dabei wird das individuelle Erleben der Einzelnen als subjektive Verarbeitung ihrer lebensgeschichtlichen, affektiven und kognitiven Beziehungserfahrungen verstanden.

Systemische Praxis fokussiert darauf, wie Mitglieder sozialer Systeme über Handlungen und Sprache Wirklichkeiten erzeugen und diese über spezifische Muster und Interaktionsprozesse aufrechterhalten.

Intra- und interindividuelle Probleme werden auf der Ebene kommunikativer Muster und Beziehungsstrukturen sozialer Systeme rekonstruiert (Problemsystem, Kontextualisierung).

Interventionen, die auf diese Muster günstig einwirken, lösen Veränderungen aus und tragen zur Problemlösung bei. Dabei kann es sich um die Anregung und Aktualisierung vorhandener kognitiver und interaktioneller Strukturen, um das Überwinden problematischer Muster oder um eine Entwicklungsförderung handeln.

Im therapeutischen und beraterischen Bereich orientiert sich systemische Praxis am Anliegen der Klienten (KundInnen) und verzichtet auf normative Zielsetzungen und Pathologisierung.

Systemische Praxis verfolgt gemäß ihrem theoretischen Ansatz weder das Ziel, die Probleme diagnostisch zu erkunden und zu klassifizieren, noch sie kausal zu verändern. Vielmehr versucht sie, im Dialog mit den Betroffenen Beschreibungen zu entwickeln, die die Möglichkeiten aller Beteiligten, wahrzunehmen, zu denken und zu handeln, erweitern. Sie sucht also nach Bedingungen, mit deren Hilfe die Klienten ihre Ressourcen aktivieren können, um in Selbstorganisation zu ihren Zielen gelangen zu können.

2. Methodisches Vorgehen

Zentrales Arbeitsmittel systemischer Praxis ist der öffnende Dialog. Dem Klienten gegenüber bemüht man sich um eine Haltung des Respekts, der Unvoreingenommenheit, des Interesses und der Wertschätzung bisheriger Lebensstrategien.

Vor diesem Hintergrund von Kooperation zwischen Helfer und Hilfesuchenden ist der jeweilige Einsatz von Arbeitsmitteln und Handlungsstrategien nachgeordnet.

Zur systemischen Methodik lässt sich das gesamte Spektrum des in den vergangenen vier Jahrzehnten in Familientherapie und Systemischer Therapie entstandenen Instrumentariums zählen.

Dazu gehören u. a. das zirkuläre und konstruktive Fragen, der selbstreflexive Dialog, der Einsatz von „Verschreibungen“, Abschlussinterventionen, Ritualen, Metaphern sowie die „Neuschreibung“ der eigenen Lebensgeschichte.

Systemische Praxis kann sich zudem durchaus aus dem Inventar therapeutischer Handlungsweisen, die in anderen Ansätzen erarbeitet wurden, bedienen.

3. Anwendungsbereiche

Systemisches Handeln findet Anwendung in der Arbeit mit Einzelnen, Paaren, Familien, Gruppen und Institutionen sowohl im klinischen Bereich als auch in anderen professionellen Bereichen wie Beratung, Supervision, Fort- und Weiterbilung sowie Organisationsentwicklung und -beratung.

4. Ausbildung

Die Ausbildung in Systemischer Therapie, Beratung und Supervision umfasst den Erwerb theoretischer und praktischer Kenntnisse, sowie die Reflexion des eigenen biografischen Hintergrunds und des beruflichen Kontextes.

Sie versteht sich selbst als interdisziplinär und versucht, auf die Arbeit der unterschiedlichen Berufsgruppen der psychosozialen und medizinischen Versorgung in ihren jeweiligen Arbeitsfeldern eine integrierende Perspektive zu entwickeln.